Daily Soap

Nora Osagiobare

Daily Soap

Hotel Gstaaderhof Gstaad

Moderation: Markus Iseli
Veranstaltung ohne Ticketreservation

Eintritt CHF 20.–

Seifenopern üben eine ganz besondere Faszination auf Menschen: Für die einen sind sie eine Flucht aus dem Alltag, für andere ein Spiegel eigener Nöte und manchen bieten sie einen kurzen Moment der Entspannung. Nora Osagiobare lässt in ihrem Debütroman «Daily Soap» die junge Toni von ihrem Leben zwischen alltäglichem Rassismus und den fragwürdige Leidenschaften ihrer Familie für Versicherungspolicen, Affären, Scam-Mails und Gartenzäune erzählen. Und dann sind da noch ihre chronischen Kopfschmerzen sowie die Zwillingsschwester, die in fast allem besser ist als sie. Nur wenn Toni ihre Daily Soap schaut, kann sie kurz abschalten. Bis irgendwann nicht einmal das mehr geht.

Das Familienunternehmen Banal & Bodeca ist derweil einem heftigen Shitstorm ausgesetzt. Um den Vorwurf des Rassismus zu entkräften, möchte es eine Reality-Show mit Schwarzen Darstellern produzieren lassen. Als sich die Wege der beiden Familien kreuzen, kommt es zu ungeahnten Verstrickungen. Alle Beteiligten müssen sich fragen: Ist das Leben nicht selbst eine Art Seifenoper?

Nora Osagiobare, geboren 1992 in Zürich, studierte Literarisches Schreiben in Biel und Wien. Mit ihrem Debütroman Daily Soap war sie Stipendiatin der Autor:innenwerkstatt Prosa am Literarischen Colloquium Berlin und erhielt dafür einen Werkbeitrag des Kantons Zürich.

Diese Lesung ist eine Kooperation des Literarischen Herbst Gstaad mit dem Hotel Gstaaderhof. Informationen zu weiteren Lesungen finden Sie auf dieser Website und auf gstaaderhof.ch.

Schattengänger

Gina Bucher

Schattengänger

Hotel Alpenland Lauenen

Lesung und Gespräch mit anschliessendem Apéro
Moderation: Markus Iseli

Der Sommer hat schon im Mai begonnen: Sonnig und heiss, ideales Wetter für ein Grillfest in der Siedlung. Unter den Nachbarn ist auch Jo Graber. Nur – ihn hat niemand eingeladen. Kaum einer kennt den mysteriösen Mann von nebenan und gerade deswegen entwickeln die verschiedensten Mutmaßungen ein erstaunliches Eigenleben. Über Jo Graber wird ausschliesslich von anderen erzählt, etwa von den Nachbarinnen und Nachbarn, die ihn nicht einladen und doch betroffen sind, als er nicht mehr da ist; von seinen Arbeitskollegen, die davon ausgehen, dass er ein Privatleben haben muss oder von seiner besorgten Ärztin.

Durch die rasch wechselnden Perspektiven dieser Menschen, die immer auch ihre eigenen Leben, ihre eigenen Themen miterzählen, setzt sich nach und nach die Identität eines Mannes zusammen, der sich selbst verschweigt. Als er mitten in den Sommerferien verschwindet, fällt das niemandem auf. Erst einige Monate später findet sich bei der Räumung seiner Wohnung ein Indiz für eine berührende Freundschaft …

Gina Bucher ist Autorin, freie Journalistin und Dozentin. In Zürich und Hamburg studierte sie Filmwissenschaften, Publizistik und Kunstgeschichte. Sie schreibt Kolumnen und erzählende Sachbücher, arbeitet als Dozentin an der F+F Kunst- und Designschule, Zürich und ist Schreibtrainerin am Jungen Literaturlabor JULL in Zürich. Ihr Romandebüt «Schattengänger» erschien 2025 bei edition bücherlese.

«Die Wünsche gehören uns» – Katharina Geiser widmet sich einem vergessenen Stück der Schweizer Sozialgeschichte

Katharina Geiser

«Die Wünsche gehören uns» – Katharina Geiser widmet sich einem vergessenen Stück der Schweizer Sozialgeschichte

Hotel Alpenland Lauenen

Lesung und Gespräch mit anschliessendem Apéro
Moderation: Leonora Schulthess

Elise hat ein langes, arbeitsames Leben hinter sich, da landet sie von einem Tag auf den anderen in einem neuen: Nach dem Tod ihres Mannes wird sie von den Töchtern in ein Armenasyl eingewiesen. Zaghaft versucht sie sich einzufinden in einer Welt, für die sie nie bestimmt war. Eine Welt voller Menschen, Erwachsene wie Kinder, Kranke und Gesunde, die irgendein Schicksal oder auch nur ein unglücklicher Zufall hierhergeführt hat. Eine Welt, in der durch strikte Regeln versucht wird zusammenzuhalten, was kaum zusammenzuhalten ist. Aber auch eine Welt, die erst durch die Geschichten ihrer Bewohner lebendig wird. Und nicht zuletzt durch ihre Wünsche.

Behutsam und ungeschönt greift Katharina Geiser ein vergessenes Stück Schweizer Sozialgeschichte auf, das bis in die 1970er Jahre Bestand hatte.