
Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Das Schwarz an den Händen meines Vaters
»Motte« wird die Ich-Erzählerin von ihrem Vater genannt. Der Vater ist Arbeiter, Spieler, Trinker. Eigentlich hat Motte zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und beim Spielen alle Verstecke kennt, und den anderen, der von der Werkshalle ins Büro versetzt wird, damit er sich nicht volltrunken die Hand absägt. Das mit dem Alkohol, sagt die Mutter, war eigentlich bei allen Männern in der Familie so.
Auch Motte trinkt längst mehr, als ihr guttut. Schon als Kind hat sie beim Schützenfest die Reste getrunken, bis ihr warm wurde; als junge Frau schläft sie manchmal im Hausflur, weil sie mit dem Schlüssel das Schloss nicht mehr trifft. Nur ihr Bruder schaut noch jeden Tag nach ihr. Als bei ihrem Vater Krebs im Endstadium diagnostiziert wird, sucht Motte nach einem Weg, sich zu verabschieden – vom Vater und vom Alkohol.
Das Schwarz an den Händen meines Vaters von Lena Schätte ist ein harter, zarter Roman über das Aufwachsen in einfachen Verhältnissen, über die Liebe zu einem schwierigen Vater und den Weg ins Leben.
Lena Schätte, geboren 1993, debütierte 2014 mit dem Roman Ruhrpottliebe. In den Folgejahren arbeitete sie als Psychiatriekrankenschwester im Ruhrgebiet, bis sie 2020 ein Studium des Literarischen Schreibens am Deutschen Literaturinstitut Leipzig aufnahm.
Für einen Ausschnitt aus dem Roman Das Schwarz an den Händen meines Vaters erhielt Lena Schätte den W.-G.-Sebald-Literaturpreis 2024, der Roman stand 2025 auf der Longlist des Deutschen Buchpreises und wurde mit dem Förderpreis Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. 2026 erhielt Lena Schätte den Ingeborg-Bachmann-Preis.