Autor:innen
Autor:innen
Endo Anaconda
Im Gespinst in dem ich wohne
ich – schwarzes Loch
Im Gespinst in dem ich wohne. Der gesunde Menschenversand, 2025
du, meine Sonne
ich trage stets
eine Melone
nie nehme ich
ein Telefon
im Gespinst
in dem ich wohne
Flurina Badel
Nebelflüchtige
Die Wärme, die Mutters Hände auf ihrem Rücken hinterliessen. Die Wärme, die so oft Trost spendete – jetzt treibt sie ihr Tränen in die Augen.
Nebelflüchtige. Rotpunktverlag, 2026
Tomer Gardi
Liefern
Weil diese Dienstleistung, die alle am liebsten so bekämen, als würde sie von einer Maschine verrichtet, von einem Menschen gemacht wird, einem Menschen, der sich aufregt, einem Menschen, der eine Würde hat, einem Menschen, der Fehler macht. Das Menschliche ist das überflüssige Element, das man an den Kurieren hasst.
Liefern. Tropen, 2026
Yael Inokai
Die Auster
Sie hatte ihre erste Auster angehoben, ausgeschlürft, es war so einfach gewesen, die umständlichen Handgriffe von anderen erledigt. Nur das Töten konnte einem dabei keiner abnehmen; man schluckte ein lebendiges Tier.
Die Auster. Hanser Berlin, 2026
Ella Maillart
Der bittere Weg
Schneefetzen, die in dem milden Wind unsichtbar tauten, betupften die grauen Berghänge.
Der bittere Weg. Lenos , 2021, 4. Aufl. [1948]
Bianca Nawrath
Schöne Scham
Wäre auch wirklich unangenehm, müsste man sich eingestehen, monatelang die Gesundheit einer Freundin riskiert zu haben und sie weiterhin zu riskieren. Denn nichts anderes passiert hier.
Schöne Scham. Frankfurter Verlagsanstalt , 2025
Karin Rey
Karat
Warum sie nach einem Vulkan benannt wurde, weiss Etna nicht. Explosiv ist sie eigentlich nur, wenn sie Ungerechtigkeiten aushalten muss – als Goldschmiedin geht ihr besonders das schmutzige Goldgeschäft gegen den Strich.
Karat. Atlantis, 2025
Eric Schwarz
Fühl zu viel
Du meinst, du vermisst mich, und ich sage, dass du das nicht darfst, weil du ja der bist, der gegangen ist, aber dass es trotzdem guttut, zu wissen, dass ich nicht der Einzige bin, der vermissen muss.
Fühl zu viel. Edition Moderne, 2026
Annemarie Schwarzenbach
Das glückliche Tal
Jeden Abend nehme ich Abschied –, und am Morgen bin ich dem Unbekannten nahe. Vorbei, zu Ende die Abenteuer, aber tausend Wirklichkeiten sind zu bestehen. Ich greife an, ich werfe mich ihnen entgegen, ich liebe –, und ich vergesse nichts.
Das glückliche Tal. Lenos, 2022, 4. Aufl. [1940]
Lena Schätte
Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Dann trinkt er ein Weizenbier und verschwindet. Und noch eins und verschwindet noch ein bisschen mehr. Bis er weg ist.
Das Schwarz an den Händen meines Vaters. S. Fischer, 2025
Johanna Sebauer
Popóm
Ich war mir selbst gegenübergestanden unten an der Strassenecke und hatte mit mir selbst gesprochen. Er war viel älter als ich gewesen, hatte sich anders bewegt, anders gesprochen und war dennoch ich mit jeder Pore.
Popóm. DuMont, 2026
Alain Claude Sulzer
F. comme Frères
Imaginez un peu ce que vous ressentirez en constatant un matin au réveil que trente années se sont écoulées pendant votre sommeil. Cela pourrait être le début d’un roman. Mais ce n’en est pas un.
F. comme Frères. Éditions Phébus, 2026
Lilli Tollkien
Mit beiden Händen den Himmel stützen
Ich werde stolpernde Schritte in die feindliche Aussenwelt tun, werde versuchen, mich freizuschwimmen und die üblichen Fragen stellen, beim Wachsen und Erwachsenwerden, warum habt ihr, wieso hier und weshalb so anders als die anderen.
Mit beiden Händen den Himmel stützen. Aufbau, 2026
Ariane von Graffenried
Babylon Park
Manhattan’s
Babylon Park. Der Gesunde Menschenversand, 2022
canyons are
your stage.
Wouchechratzer
shrouded
in smoke.
Smokewouche
chratze
i dr Lunge.